Das Böse (Fundus Theater)

Die Azubis im Fundus Theater

22. Februar 2018 15:02 Uhr

Das Stück spielt in einem fast leeren Raum und stellt die Fragen: Was ist eigentlich das Böse? Wie entsteht das Böse? Und sind wir nicht auch ein wenig Böse? Dieses Klassenzimmerstück im Fundus Theater von „Die Azubis“ (Kai Fischer und Christopher Weiß) zeigt die Geschichte des Rotkäppchens, allerdings mit tieferer Bedeutung, als die Gebrüder Grimm sie erzählten, und einer unerwarteten Wendung. Die Inszenierung begann mit einer Interaktion zwischen den Schauspielern und dem Publikum, dabei musste das Publikum Augenbinden tragen, was ziemlich ungewöhnlich für ein Theaterstück ist, denn man nimmt ein Theaterstück normalerweise mit allen seinen Sinnen wahr. Es wurden Fragen in dem Raum geworfen: Wer hat mal ein Tier getötet? Oder: Wer hat schon mal aus Spaß jemanden geschlagen?

Wir als Publikum konnten nicht bemerken, wer sich gemeldet hat, so blieb jeder mit seinen bösen Gedanken unerkannt. Kai Fischer und Christopher Weiß fuhren danach fort, die Geschichte mit simplen Requisiten nachzuspielen. Sie schlüpften in die Rollen der Charaktere mit Veränderung der Kopfbedeckung. Um das Rotkäppchen zu spielen, nutzten die Schauspieler rote Kapuzenpullover und andere Kopfbedeckungen, um die Charaktere in der Geschichte nachzuahmen, dabei tauschten Weiß und Fischer die Rollen, es war also gleichgültig, wer welche Rolle übernimmt, als könnten Gut und Böse auch die Rollen tauschen. Sie haben außerdem mithilfe eines Projektors und farbigen Figuren den Charakteren noch mal ein märchengerechtes Gesicht gegeben.

Die eigentliche Frage, was böse und was gut ist, wird in einer Fortsetzung des Märchens vom Rotkäppchen wieder aufgegriffen und durch diese neue Erzählung, die sehr packend war, da sie die Ursache des Bösen erklären wollte, konnte das Publikum einen neuen Blickwinkel auf das Böse einnehmen. Das Böse kann sich am Ende auch als das Gute offenbaren und umgekehrt. Zum Ende der Inszenierung gab es wieder eine Interaktion, als das Publikum mit dem „Wolf“ und dem „Rotkäppchen“ nach draußen ging, um einem beliebigen Passanten Blumen zu überreichen und Danke zu sagen, was eine gute Tat widerspiegelt und wiederum den vorher genannten Punkt verstärkt.

Im Endeffekt ist das Stück ein sehr gut durchdachtes Stück, denn es ist nicht nur ein Stück, dass nur die Rotkäppchen-Geschichte erzählt, als wäre es das normale Kindermärchen, sondern mit eigenem Input von den Schauspielern eine neue Perspektive zeigt, denn es wirft die Frage auf, was das Böse und dessen Ursache ist.

Daher ist es auch ein Stück, das nicht nur für ein Publikum von Kindern ab neun Jahren zulässig und verständlich ist, sondern es ist auch für erwachsene geeignet.

Christos
Ida Ehre Schule, 13. Klasse

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