Hart am Wind

5. Norddeutsches Kinder- und Jugendtheaterfestival

23. Mai 2016 15:58 Uhr
Hart am Wind

Tanzend vom Verschwinden erzählen: Antje Pfundtner in ihrem Solo „nimmer“

Text: Dagmar Ellen Fischer / Foto: Anja Beutler

„Du darfst nicht langweilen!“ Das wichtigste Gebot im Kinder- und Jugendtheater bringt es auf den Punkt: Junges Publikum ist anspruchsvoll und entsprechend gnadenlos in seiner direkten Reaktion. Das schreckt die Teilnehmer am 5. Norddeutschen Kinder- und Jugendtheaterfestival nicht – sie alle spielen längst „Hart am Wind“.

13 sehr unterschiedliche Stücke für Zuschauer zwischen sechs und 15 Jahren sind an fünf Tagen im Malersaal des Schauspielhauses, im Thalia Gaußstraße, im Lichthof sowie in Klassenräumen mehrmals zu erleben. Das seit zehn Jahren existierende Festival ist zum ersten Mal in Hamburg zu Gast. Und die Stadt steht hinter ihm: Sie übernimmt die Hälfte des Gesamtbudgets von 100.000 Euro.

„Wenn Kinder die Welt beschreiben, sieht das ganz anders aus, als ich das gern hätte“, so Klaus Schumacher, Gastgeber und Leiter des Jungen Schauspielhauses in Hamburg. Diese andere Sichtweise spiegelt das Programm 2016: durch die Entwicklung eines Stückes unter Beteiligung von Kindern („nimmer“), mit einer Geschichte, in der sich ein Mädchen die eigene Welt baut („Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“), und per direkter Kontaktaufnahme mit dem Publikum während der Aufführung („Konferenz der wesentlichen Dinge“).

Auf eine breite Vielfalt an Formaten und Themen legte die auswählende Jury Wert, und so ist Tanz ebenso wie Figurentheater und interaktive Performance vertreten, stehen politische Anliegen neben sehr persönlichen Problemen, wechselt Humorvolles mit Hochdramatischem und leiser Poesie. Zu gleichen Teilen wurden Produktionen aus Stadt- und Staatstheatern sowie aus der Freien Szene Norddeutschlands eingeladen. Eines haben die Stücke aus Braunschweig, Flensburg, Bremen, Oldenburg, Hannover und Hamburg gemein: Sie alle sind von hoher Qualität. Falls Zuschauen allein nicht reicht, kann man an Workshops, Diskussionsrunden und Gesprächen mit dem Ensemble nach jeder(!) Vorstellung teilnehmen.

25.-29.5., ganztägig, Karten ab 6,50 Euro, Tel. 24 87 13,
Programm unter www.schauspielhaus.de/hartamwind

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