Mut zur Unbequemlichkeit

Theater Kontraste erhält Pegasus Preis 2016

24. Juni 2016 15:23 Uhr

Die Jury würdigte die herausragende Spielzeit 2015/2016 mit drei Inszenierungen auf höchstem Niveau. In vorbildlicher Weise dokumentieren sie das gesamte Spektrum unterschiedlicher Stoffe und Stile mit ausgezeichneten Schauspielern und Regisseuren: Von der aberwitzigen Komödie „Der Vorname“ von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellières über den Psychothriller „Unter Verschluss“ von Pere Riera bis zur Fremdenhass-Farce „Wir sind keine Barbaren“ von Philipp Löhle. Intendant Michael Lang hatte sich mit sicherem Gespür für Zeitströmungen diese bitterböse und komische Gesellschaftssatire gesichert, lange bevor das Flüchtlingsproblem und seine Konsequenzen das Tagesgeschehen dominierten.

Mit ihrer Entscheidung würdigte die Jury auch die Linie, die seit Gründung des 99-Plätze-Theaters im Jahr 2000 konsequent verfolgt wurde: Stücke voller schwarzem  Humor, zeitkritisch und unbequem,  die auf den Spielplänen anderer Hamburger Theater nur selten zu finden sind. Michael Lang hatte den Mut, einen Spielplan in „seinem“ Theater durchzusetzen, der einen Kontrapunkt zum leichteren Programm des Haupthauses bildet. Und das allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zum Trotz. Für seine Initiative, das „kleine Theater“ im Winterhuder Fährhaus mit nur geringfügiger finanzieller Unterstützung erfolgreich zu etablieren, wurde er bereits 2004 mit dem Pegasus Preis ausgezeichnet.

Mit den Jahren hat Michael Lang das Spektrum der Stücke um unter die Haut gehende Stoffe erweitert, die dem Publikum die Bereitschaft abverlangen, sich vorbehaltlos einer Thematik zu stellen. Michael  Lang hat sich so  das Vertrauen großer Verlage erworben, die dem Theater Kontraste einen ersten Zugriff auf aktuelle Stück ermöglichen.

Der Pegasus Preis für Hamburger Privattheater von ExxonMobil wird seit 1999 jährlich verliehen. Ausgezeichnet werden eine gelungene Spielzeit, eine herausragende Eigenproduktion oder der Mut derIntendanz, Neues zu wagen und zum Erfolg zu führen. Die Entscheidung  trifft eine unabhängige Jury, die mit sieben Theaterkritikern besetzt ist.

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