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Yamato

Staatsoper Hamburg
Yamato

Musi­zie­ren als Hoch­leis­tungs­sport: die Tromm­ler von Yamato

Text: Dagmar Ellen Fischer / Foto: Masa Ogawa

Einen einzi­gen Mann, der mit einem Ast auf einen hohlen Baum­stamm schlägt — mehr brauchte es im alten Japan nicht, um die Götter anzu­ru­fen. Ein paar Jahr­hun­derte später sieht die Beset­zung anders aus: Eine perfekt aufein­an­der einge­spielte Truppe Hoch­leis­tungs­sport­ler, die sich zwar musi­ka­li­sche Perfor­mer nennen, jedoch eher wie Samu­rai auffüh­ren. Und so wie die berühm­ten Krie­ger, widmen sich auch die japa­ni­schen Künst­ler von Yamato ausschließ­lich und mit Hingabe ihrer Beru­fung: Dem Trom­meln. Mit einer neuen Show gastie­ren „The Drum­mers of Japan“ während der Sommer­pause in der Hambur­gi­schen Staats­oper.

„Bakuon — Legend of the Heart­beat“ nimmt den Herz­schlag alles Leben­di­gen zum Ausgangs­punkt, und den über­tra­gen die virtuo­sen Tromm­ler auf ihre Instru­mente. Die riesige Odaiko ist mit 1,70 Meter Durch­mes­ser und einem Gewicht von 500 Kilo­gramm der größte Star unter den fell­be­spannte Exem­pla­ren auf der Bühne; auch sie wurde aus einem einzi­gen Baum­stamm geschnitzt. Apro­pos: Jedes Mitglied der welt­weit touren­den Truppe schnitzt die eige­nen Trom­mel­stäbe selbst; und alle wohnen, essen, trai­nie­ren und arbei­ten zusam­men. Ein Tag im Leben eines Yamato-Tromm­lers beginnt am frühen Morgen mit einem 10-Kilo­me­ter-Lauf, bevor es ans Kraft­trai­ning geht, auf das dann die rhyth­mi­schen Übun­gen folgen…

Nur aus einer derart diszi­pli­niert leben­den und aufein­an­der einge­schwo­re­nen Gemein­schaft können Harmo­nie und Perfek­tion entste­hen, die eine Yamato-Vorstel­lung auszeich­net: Komple­xeste Rhyth­men im gemein­sa­men Spiel sowie Bewe­gun­gen, die den Einsatz des gesam­ten Körpers fordern. Auch die Stimme wird als Instru­ment einge­setzt, ebenso andere perkus­sive Klang­kör­per wie Zimbeln und die drei­sai­tige Shami­sen, die auch Melo­dien zur „körper­li­chen Musik“ beiträgt, wie die Bühnen­kunst Yama­tos oft genannt wurde.

Trotz aller Tradi­tion: Das 1993 gegrün­dete Ensem­ble ist längst in der Gegen­wart ange­kom­men. „Wir arbei­ten mit zeit­ge­mä­ßem Licht­de­sign, das perfekt auf den Sound und die Bewe­gun­gen der Perfor­mer abge­stimmt ist“, sagt Masa Ogawa, Grün­der und Künst­le­ri­scher Leiter. Zentrum jeder Show ist und bleibt jedoch die Ener­gie, und er verspricht: „Wer dem Klang von Yamato noch nicht begeg­net ist, wird erstaunt sein, wie viel Ener­gie man aus einer Perfor­mance ziehen kann!“

Auffüh­run­gen: 25.-30.8., Di.-Fr. 20 Uhr, Sa. auch 16 Uhr, So. auch 15 Uhr
Karten 18,50-67 Euro, Tel. 35 68 68 und 450 118 676 

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