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Cultural Bodies – Geografie und Gesellschaft

DanceKiosk-Hamburg 2012 – Festival für zeitgenössischen Tanz
DanceKiosk

Beim Festi­val zu Gast: „Tchi-kudum, oder anda­mento varia­ble“ von Regina Rossi (28. & 29.6. im Sprechwerk)

Zum sieb­ten Mal lädt das Festi­val Dance­Ki­osk-Hamburg vom 27. Juni bis zum 7. Juli 2012 ein, die Viel­falt des zeit­ge­nös­si­schen Tanzes in Hamburg zu erle­ben - die Ergeb­nisse indi­vi­du­el­ler Recher­chen aus den verschie­de­nen Ansät­zen der Bewegungssprache.

Nach einer beacht­li­chen Bilanz – sechs Festi­va­ledi­tio­nen seit 2005, 200 Künst­le­rin­nen und Künst­ler aus 30 Natio­nen und vier Konti­nen­ten, 78 Perfor­man­ces und 25 Labs - möchte Dance­Ki­osk-Hamburg auch im Jahr 2012 wieder eine Platt­form für die Präsen­ta­tion inno­va­ti­ver Perfor­man­ces schaf­fen und jungen Tänzern und Choreo­gra­fen eine hoch­wer­tige Weiter­bil­dungs­mög­lich­keit bieten. Auch in diesem Jahr werden die loka­len und inter­na­tio­na­len Gäste auf der Bühne des Hambur­ger Sprech­werks neuen Werke zeigen. Darüber hinaus steht die dies­jäh­rige Ausgabe von Dance­Ki­osk-Hamburg unter dem Thema Cultu­ral Bodies - Geogra­fie und Gesell­schaft. Es geht dabei um die Fragen: „Gibt es einen euro­päi­schen Körper, einen trans­kon­ti­nen­ta­len, den inter­kul­tu­rel­len oder den globalen/universellen Körper?“ „Wie bestim­men unter­schied­lich kultu­rell und physisch gebil­dete Körper solche Themen wie: Geschlecht, Multi­kul­tu­ra­li­tät, Reli­gion oder geogra­fi­sche und soziale Herkunft und Identität?“

Auch 2012 haben Hambur­ger Künst­ler und Künst­le­rin­nen die Gele­gen­heit, im Rahmen vom „Festi­val im Festi­val – Tanz in Hamburg“ ihre Tryouts und jüngste Choreo­gra­fien auf der Bühne des Hambur­ger Sprech­werks zu präsen­tie­ren. Unter ihnen sind Regina Rossi (BR) mit ihrer Produk­tion „Tchi-kudum, oder anda­mento varia­ble“, das bereits mit viel Erfolg auf verschie­de­nen euro­päi­schen Festi­vals gezeigt wurde; „Nach­ti­gall, ick hör‘ dir trap­sen“ der Schrift­stel­le­rin und Perfor­me­rin Greta Grand­e­rath (DE); das Projekt „One armed sissor“ von Sophia Gutten­hö­fer (DE), eine Arbeit, die bereits auf einem Preno­mi­na­ti­ons­fes­ti­val in Köln mit dem zwei­ten Preis ausge­zeich­net wurde und zudem eine Einla­dung auf das Szolo­Duo Festi­val in Buda­pest bekam; Maike Mohr (DE) tritt zusam­men mit hoch­ka­rä­ti­gen, teil­weise inter­na­tio­na­len Gästen in Mélange auf; die Perfor­me­rin Teresa L. Rosen­krantz (DE), die mit dem Weser-Ems-Wissen­schafts­preis für ihre Recher­chen und Veröf­fent­li­chun­gen ausge­zeich­nete wurde, macht sich in ihrer one-woman-show „IdA HAPPINÄS“ auf der Suche nach ihrem Alter Ego.

Tanz in Hamburg ist ein entschei­den­der Teil von Dance­Ki­osk-Hamburg. Durch die letz­ten sieben Jahren erwiest sich diese Sparte des Festi­vals als beson­dere und gezielte Platt­form für die jungen und viel verspre­chen­den Tänzer und Choreo­gra­fen der Hansestadt.

Wie jedes Jahr stehen auf dem Festi­val­pro­gramm Produk­tio­nen von exzel­len­ten inter­na­tio­na­len Choreo­gra­fen: Alex­an­der Andri­yash­kin (RU) mit seinem Solo „I will try“ fungiert als „Tanz­dienst­leis­ter“ und erfüllt fast jeden Publi­kums­wunsch; Kamal Aadissa (MA) und Marion Blon­deau (FR) bear­bei­ten in „Zafir“ das Konzept vom Chaos und seine Wahr­neh­mung als mentale Sensa­tion und körper­li­che Reso­nanz; Janusz Orlik (PL) präsen­tiert „Live on stage“, eine Show über die Bühne und die Künst­ler­ent­schei­dun­gen auf der Bühne; Toma_ Simato­vic (NE/SI) erfin­det in seinem „Enter­tai­ner“ eine neue, einsame Iden­ti­tät; Mustafa Kaplan (TR) unter­sucht in „iP“ den Einfluss der Städte, in dem er lebt, auf das Ergeb­nis seiner Arbeit; Chris­tine Borch (DK) zeigt in ihrem Solo „The body that comes“ die Exis­tenz und Bewusst­wer­dung des Körpers voller Schmerz und Inti­mi­tät. Die Künst­le­rin bekam 2011 für dieses Werk den 1. Preis im Wett­be­werb „Das beste deut­sche Tanzsolo“.

In diesem Jahr koope­riert Dance­Ki­osk-Hamburg für die Kurz­film­reihe „Film & Perfor­mance - Instal­la­tio­nen im Gänge­vier­tel“ zudem mit zwei weite­ren Insti­tu­tio­nen, dem Gänge­vier­tel e.V. und dem Hambur­ger­Kino e.V. Am 5. Juli gibt es die Kurz­filme „Find­linge“ von Anke Bött­cher (DE); „Old eyes on new dance“ von Chris­tine Borch (DK); „When I will come twice and go once“ von Anna Weißen­fels (DE) und Ixchel Mendoza (MX); „Gedan­ken­spiel“ von Navina Nervela (DE); „Fe & C“ von Gea Zazil Hernán­dez (MX) und der Choreo­gra­fin Roxana Valdez Gonza­lez (MX) und die Film-Perfor­mance „She is all dres­sed up for peace“ von Lucia Rainer (DE) und Anaïs Héraud (USA).

In Koope­ra­tion mit dem New Swing­genera­tion Hamburg e. V. findet am 3. Juli von 18.30 bis 19.15 Uhr die freie Veran­stal­tung After work swing dance - Crash-Kurs Lindy Hop im Gänge­vier­tel statt, bei der die Grund­ele­mente und -idee des Lindy Hop mit seiner flie­ßen­den Dyna­mik und konti­nu­ier­li­chen Verän­de­rung erlernt werden können.

Alle Perfor­mance- und Kino­vor­stel­lun­gen werden von anschlie­ßen­den Gesprächs­run­den über künst­le­ri­sche Entwick­lun­gen, kultur­po­li­ti­sche Themen und beson­ders über den Festi­val­schwer­punkt Cultu­ral Bodies - Geogra­fie und Gesell­schaft beglei­tet, bei denen unter­sucht werden soll, wie verschie­dene kultu­relle Körper auf sozia­ler, ökono­mi­scher und poli­ti­scher Ebene inner­halb und außer­halb der Gesell­schaft agieren.

Das Dance­Ki­osk-Hamburg-Fort­bil­dungs­pro­gramm in Koope­ra­tion mit dem K3 - Zentrum für Choreo­gra­phie beginnt bereits am 25. Juni. Über zwei Wochen können Tänzer, Choreo­gra­fen, Schau­spie­ler, Laien und in diesem Jahr auch Kinder bei erfah­re­nen Choreo­gra­fen wie Tomaz Simato­vic, Janusz Orlik, Alex­an­der Andri­yash­kin sowie der jungen Hambur­ger Tänze­rin Ira Demina zusätz­li­che Einsich­ten über Bewe­gung und choreo­gra­fi­sche Recher­chen gewin­nen. Es werden zudem wieder die open door days statt­fin­den, an denen neugie­rige Zuschauer in verschie­de­nen Work­shops choreo­gra­fi­schen Arbeits­pro­zess beiwoh­nen können.

Text: Dance­ki­osk, ot
Foto: Chris­tian Scholz

Infos, Termine, Daten: www.dancekiosk-hamburg.de

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