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Hart am Wind

5. Norddeutsches Kinder- und Jugendtheaterfestival
Hart am Wind

Tanzend vom Verschwin­den erzäh­len: Antje Pfundt­ner in ihrem Solo „nimmer“

Text: Dagmar Ellen Fischer / Foto: Anja Beutler

„Du darfst nicht lang­wei­len!“ Das wich­tigste Gebot im Kinder- und Jugend­thea­ter bringt es auf den Punkt: Junges Publi­kum ist anspruchs­voll und entspre­chend gnaden­los in seiner direk­ten Reak­tion. Das schreckt die Teil­neh­mer am 5. Nord­deut­schen Kinder- und Jugend­thea­ter­fes­ti­val nicht – sie alle spie­len längst „Hart am Wind“.

13 sehr unter­schied­li­che Stücke für Zuschauer zwischen sechs und 15 Jahren sind an fünf Tagen im Maler­saal des Schau­spiel­hau­ses, im Thalia Gauß­straße, im Licht­hof sowie in Klas­sen­räu­men mehr­mals zu erle­ben. Das seit zehn Jahren exis­tie­rende Festi­val ist zum ersten Mal in Hamburg zu Gast. Und die Stadt steht hinter ihm: Sie über­nimmt die Hälfte des Gesamt­bud­gets von 100.000 Euro.

„Wenn Kinder die Welt beschrei­ben, sieht das ganz anders aus, als ich das gern hätte“, so Klaus Schu­ma­cher, Gast­ge­ber und Leiter des Jungen Schau­spiel­hau­ses in Hamburg. Diese andere Sicht­weise spie­gelt das Programm 2016: durch die Entwick­lung eines Stückes unter Betei­li­gung von Kindern („nimmer“), mit einer Geschichte, in der sich ein Mädchen die eigene Welt baut („Die erstaun­li­chen Aben­teuer der Maulina Schmitt“), und per direk­ter Kontakt­auf­nahme mit dem Publi­kum während der Auffüh­rung („Konfe­renz der wesent­li­chen Dinge“).

Auf eine breite Viel­falt an Forma­ten und Themen legte die auswäh­lende Jury Wert, und so ist Tanz ebenso wie Figu­ren­thea­ter und inter­ak­tive Perfor­mance vertre­ten, stehen poli­ti­sche Anlie­gen neben sehr persön­li­chen Proble­men, wech­selt Humor­vol­les mit Hoch­dra­ma­ti­schem und leiser Poesie. Zu glei­chen Teilen wurden Produk­tio­nen aus Stadt- und Staats­thea­tern sowie aus der Freien Szene Nord­deutsch­lands einge­la­den. Eines haben die Stücke aus Braun­schweig, Flens­burg, Bremen, Olden­burg, Hanno­ver und Hamburg gemein: Sie alle sind von hoher Quali­tät. Falls Zuschauen allein nicht reicht, kann man an Work­shops, Diskus­si­ons­run­den und Gesprä­chen mit dem Ensem­ble nach jeder(!) Vorstel­lung teil­neh­men.

25.-29.5., ganz­tä­gig, Karten ab 6,50 Euro, Tel. 24 87 13,
Programm unter www.schauspielhaus.de/hartamwind

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