Highlight / Meldung

Mut zur Unbequemlichkeit

Theater Kontraste erhält Pegasus Preis 2016

Die Jury würdigte die heraus­ra­gende Spiel­zeit 2015/2016 mit drei Insze­nie­run­gen auf höchs­tem Niveau. In vorbild­li­cher Weise doku­men­tie­ren sie das gesamte Spek­trum unter­schied­li­cher Stoffe und Stile mit ausge­zeich­ne­ten Schau­spie­lern und Regis­seu­ren: Von der aber­wit­zi­gen Komö­die „Der Vorname“ von Matt­hieu Delaporte und Alex­andre de la Patel­liè­res über den Psycho­thril­ler „Unter Verschluss“ von Pere Riera bis zur Frem­den­hass-Farce „Wir sind keine Barba­ren“ von Phil­ipp Löhle. Inten­dant Michael Lang hatte sich mit siche­rem Gespür für Zeit­strö­mun­gen diese bitter­böse und komi­sche Gesell­schafts­sa­tire gesi­chert, lange bevor das Flücht­lings­pro­blem und seine Konse­quen­zen das Tages­ge­sche­hen domi­nier­ten.

Mit ihrer Entschei­dung würdigte die Jury auch die Linie, die seit Grün­dung des 99-Plätze-Thea­ters im Jahr 2000 konse­quent verfolgt wurde: Stücke voller schwar­zem  Humor, zeit­kri­tisch und unbe­quem,  die auf den Spiel­plä­nen ande­rer Hambur­ger Thea­ter nur selten zu finden sind. Michael Lang hatte den Mut, einen Spiel­plan in „seinem“ Thea­ter durch­zu­set­zen, der einen Kontra­punkt zum leich­te­ren Programm des Haupt­hau­ses bildet. Und das allen wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten zum Trotz. Für seine Initia­tive, das „kleine Thea­ter“ im Winter­hu­der Fähr­haus mit nur gering­fü­gi­ger finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung erfolg­reich zu etablie­ren, wurde er bereits 2004 mit dem Pega­sus Preis ausge­zeich­net.

Mit den Jahren hat Michael Lang das Spek­trum der Stücke um unter die Haut gehende Stoffe erwei­tert, die dem Publi­kum die Bereit­schaft abver­lan­gen, sich vorbe­halt­los einer Thema­tik zu stel­len. Michael  Lang hat sich so  das Vertrauen großer Verlage erwor­ben, die dem Thea­ter Kontraste einen ersten Zugriff auf aktu­elle Stück ermög­li­chen.

Der Pega­sus Preis für Hambur­ger Privat­thea­ter von Exxon­Mo­bil wird seit 1999 jähr­lich verlie­hen. Ausge­zeich­net werden eine gelun­gene Spiel­zeit, eine heraus­ra­gende Eigen­pro­duk­tion oder der Mut derIn­ten­danz, Neues zu wagen und zum Erfolg zu führen. Die Entschei­dung  trifft eine unab­hän­gige Jury, die mit sieben Thea­ter­kri­ti­kern besetzt ist.

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