NEUSTE ARTIKEL

Vergiftete Köder
Kritik / Schauspiel

Vergiftete Köder

„Wie geht’s uns denn?“, Lisa Politt solo im Polittbüro

Arri­viert und frisch frisiert – alles glatt, nicht eine wider­spens­tige Locke stiehlt sich hervor. Die Dame da vorne auf der Bühne wahrt Conten­ance in allen Lebens­la­gen, will heißen: in allen Posi­tio­nen auf ihrem Deck­chair. Eifert sie, wenn auch mit schwar­zer Mireille-Mathieu-Perü­cke statt mit blon­dem Beton, ihrem Vorbild Hanne­lore Kohl nach?

Kritik / Schauspiel

Kipplige Balance

„Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“, Hamburger Kammerspiele

Das Publi­kum ist mit dem festen Willen gekom­men, sich zu amüsie­ren. Offen­sicht­lich. Der Thea­ter­abend hat noch gar nicht rich­tig ange­fan­gen, da geht’s schon los – mit dem Lachen. Zum Beispiel, wenn einer der drei Herren auf der Bühne, die da am Tisch vor sich hin warten, den Pull­over ein wenig lupft und sich die bloß­ge­legte Bauch­welle kratzt. Ja, das ist lustig.

Blitzlichter im Inneren der Figur
Interview / Kinder & Jugend

Blitzlichter im Inneren der Figur

Michael Müller – Dramaturg, Theaterpädagoge und Autor

GODOT sprach mit Michael Müller, seit zwan­zig Jahren im künst­le­ri­schen Team des Deut­schen Schau­spiel­hau­ses Hamburg. In dieser Spiel­zeit sind drei Stücke von ihm im Spielplan.

Wahres Leben
Kinder & Jugend / Kritik

Wahres Leben

„Morgen Alaska“ von Michael Müller

Ein fieser hoher Ton, beglei­tet von einem tiefen Brumm­ton, markiert den Albtraum von Emilia (Karo­lina Fijas). Sie liegt zitternd im Utopia Mobil­bus des Jungen Schau­spiel­hau­ses im Schlaf­sack. „Jonas!“ Ein Schrei und sie fährt hoch. Jonas (Patrick Abozen) ist nicht mehr da.

Nachsitzen!
Kritik / Schauspiel

Nachsitzen!

„Goldene Hochzeit“, Thalia Gaußstraße

Das Thalia Thea­ter beging „Goldene Hoch­zeit“ anläss­lich des Anwer­be­ab­kom­mens zwischen der Türkei und Deutsch­land vor fünf­zig Jahren. Eine Woche lang gab es dazu ein Festi­val in der Gauß­straße.

Keine Euphorie
Kritik / Schauspiel

Keine Euphorie

Rückblick auf das Hamburger Theaterfestival

Das privat finan­zierte Hambur­ger Thea­ter­fes­ti­val ging 2011 in die dritte Runde. Die Kultur­se­na­to­rin Barbara Kisse­ler lobte zur Eröff­nung das große Enga­ge­ment der Hambur­ger Bürger­schaft, das sie nach ihren Berli­ner Erfah­run­gen ange­nehm über­rascht habe. Der Inten­dant Nico­laus Besch hatte auch 2012 wieder viele klang­volle Namen verpflichtet.

Filmklassiker als Karussell
Kritik / Schauspiel

Filmklassiker als Karussell

„Der blaue Engel“, Komödie Winterhuder Fährhaus

Jahr­marktsat­mo­sphäre in der Komö­die Winter­hu­der Fähr­haus. Wie ein großes Karus­sell lässt Regis­seur Klaus Gend­ries seine Insze­nie­rung vom Film­klas­si­ker „Der blaue Engel“ in neuer Fassung von Peter Turrini nach dem  Roman „Profes­sor Unrat“ von Hein­rich Mann stän­dige Drehun­gen vollziehen.

Drehbühne / Größen von Gestern

Zum 200. Todestag von Heinrich von Kleist

Am 21. Novem­ber 1811 nahm sich der große Drama­ti­ker Hein­rich von Kleist das Leben. Er hinter­ließ ein impo­nie­ren­des Bühnen­werk, das ausdau­ernd gespielt wird, zu seinen Lebzei­ten aber – für Kleist bis über die Schmerz­grenze hinaus – wenig Anklang fand. Mit seinem berühm­ten Aufsatz, in dem er über das Denken beim Reden nach­denkt, möch­ten wir seiner gedenken.

Die Zauberflöte Teil 2
Kritik / Musiktheater

Frisch entstaubt und frech bestückt

„Das Labyrinth – Die Zauberflöte Teil 2“, Opernloft

„Stern­ta­ge­buch: Wir schrei­ben das Jahr 2400. Zwischen den Plane­ten Isis Bela 12 und Osiris Tetra Pak stehen die Zeichen auf Krieg.“ So in etwa hätte der zweite Teil der „Zauber­flöte“ im neuen Opern­loft in der Innen­stadt anfan­gen können.

Kritik / Schauspiel

Ohr am Draht

„Lauschangriff“, Lichthof Theater

Es beginnt schein­bar harm­los mit dem Gespräch eines Liebes­paars (Karen Köhler und Chris­to­pher Weiß) unter freiem Himmel. Doch das laufende Tonband auf dem Tisch und der nervöse Mann mit dem Kopf­hö­rer (Stephan Möller-Titel) machen deut­lich: Die Situa­tion ist brisant. Das Pärchen wird abgehört.