Schülerkritik

Der Hamburger Kodex (Fundus Theater)

Fundus Theater

Von der Schul­bank bis zur Ankla­ge­bank in dieser Thea­tra­li­schen Versamm­lung ist alles vorhan­den was wich­tig und im Alltag zu beach­ten ist. Das Stück „Der Hambur­ger Kodex“ wurde von Julia Hart insze­niert und mit sechs Schau­spie­lern unter­schied­li­chen Alters umge­setzt. Drei Kinder und drei Erwach­sene Schau­spie­ler disku­tie­ren zusam­men mit dem Publi­kum wich­tige Fragen des Alltags. Es geht unter ande­rem um Themen wie zum Beispiel: Darf ich petzen? Oder: Was ist gerecht? Spie­le­risch werden hier die verschie­de­nen Probleme dem Publi­kum näher gebracht. Mal werden Gummi­bär­chen verteilt und mal wird man ins „Live-Labor“ entführt, wo dann die verschie­de­nen Szena­rien auspro­biert und vorge­spielt werden.

Annika hat das Handy von Fried­rich kaputt gemacht und nur Clau­dia hat es gese­hen. Soll sie Fried­rich sagen, wer es war und somit ihre beste Freun­din verpet­zen? Diese und viele weiter Fragen werden im Stück geklärt und zusam­men mit den Zuschau­ern am Ende abge­stimmt. Auch dass nicht immer alles in Kate­go­rien einzu­tei­len ist, wird zu einen späte­ren Zeit­punkt des Stücks noch mal darge­stellt – und dass nicht immer alles in „rich­tig und falsch“ oder „gut und böse“ einge­teilt werden kann.

Der Raum ist gefüllt mit Tischen, die im U-Block zur klei­nen trep­pen­för­mi­gen Bühne ausge­rich­tet sind. Die Darstel­ler befin­den sich im ganzen Raum, mal wird in der Mitte des Raumes gespielt und mal sitzen sie zwischen den Zuschau­ern und spie­len von dort aus ihr Rollen.

Das gesamte Thea­ter­stück ist abwechs­lungs­reich und span­nend insze­niert, es setzt einen großen Gegen­pol zu ande­ren Thea­ter­stü­cken, wo sich die gesamte Hand­lung nur auf der Bühne abspielt und der Zuschauer nicht mit einbe­zo­gen wird.

Das Stück „Der Hambur­ger Codex“ ist ein schö­nes Stück, welches nicht nur Kindern Freude berei­tet, sondern auch zum Nach­den­ken anregt. Ein gutes Alter, um das Stück zu schauen, ist meiner Meinung nach ab 11 bis 12 Jahren, da viele der darge­stell­ten Szena­rien zwar auf den ersten Blick einfach und nicht wirk­lich beson­ders schei­nen, aber bei genaue­ren Hinse­hen eine gewisse Reife und Problem­ver­ständ­nis verlan­gen.

Fran Erin Waßmann
Ida Ehre Schule, 12. Klasse

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