Reflexion statt Paukenschlag

6. Juli 2015 14:39 Uhr
Text: Sören Ingwersen

Mit Elgars „Pomp and Circumstance“ hat Generalmusikdirektorin Simone Young sich bei ihrem letzten Konzert mit den Philharmonikern Hamburg in der Laeiszhalle verabschiedet. Mit einer neuen Kammermusikreihe gibt ihr Nachfolger Kent Nagano am 13. September in St. Michaelis seinen Einstand. Am Anfang der philharmonischen Konzertsaison mit dem neuen Chefdirigenten steht also kein bombastischer Paukenschlag, sondern eine Reflexion und Selbstbesinnung. „Wie klingen wir? Worin besteht unser Charakter, unsere Individualität?“ – dies sind die Fragen, die der 63-jährige Amerikaner sich gemeinsam mit seinen Musikern im Rahmen der Philharmonischen Akademie St. Michaelis stellen möchte. Denn so sehr Nagano sich auch für die neue Musik einsetzt, so hat er doch ein großes Interesse an den Wurzeln und der historischen Entwicklung jeder Klangkörper, die ihm überantwortet sind. Die Hauptkirche St. Michaelis, die mit großen Namen wie Telemann, C. P. E. Bach und auch Mahler verbunden ist, ist jener Ort, an dem Nagano dem „Hamburger Klang“ nachspüren möchte. In der ersten Konzertsaison wird er dabei von Residenzkünstler Menahem Pressler, dem ehemaligen Beaux-Arts-Trio-Pianisten unterstützt.

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