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Die vergessene Brücke, Kulturkate

Open-Air-Sommertheater, No. 17, Juli+August 2014
Ei verbibsch, wer kommt denn da?

Ei verbibsch, wer kommt denn da?

Viele Bühnen lassen ihre Vorhänge in den Sommer­mo­na­ten geschlos­sen. Viele Thea­ter­ma­cher treibt es nach drau­ßen: auf Plätze und in Parks, an Flee­trän­der und aufs Wasser, durch Stra­ßen und an Strände. Unsere sieb­zehnte Ankün­di­gung rich­tet den Blick erneut in die Metro­pol­re­gion, und zwar auf die Elbe ober­halb Hamburgs.

25 Jahre nach dem Fall des „Eiser­nen Vorhangs“ widmet sich das Thea­ter Kultur­kate 2014 dem Thema „Gren­zen“. Mit einer Thea­ter­floß­bühne wird das Ensem­ble erst­ma­lig auf Tour gehen: vom meck­len­bur­gi­schen Dömitz übers nieder­säch­si­sche Darchau und Boizen­burg, weiter ins schles­wig-holstei­ni­sche Lauen­burg und wieder strom­auf ins bran­den­bur­gi­sche Lenzen. Alles auf der geschichts- und symbol­träch­ti­gen Elbe.

Ein unbe­deu­ten­der Grenz­über­gang. Zwei verfein­dete Länder unter­schied­li­cher Systeme, getrennt und verbun­den durch eine verges­sene Brücke im Niemands­land. Auf der einen Seite das Grenz­or­gan Hart­mut mit seiner Toch­ter Ute, die – wie könnte es anders sein – den jungen Gren­zer Tors­ten auf der gegen­über­lie­gen­den Seite des Stro­mes liebt. Eine insol­vente Hotel­be­sit­ze­rin und ein angeln­der Drogist, ein kurz­sich­ti­ger Staats­prä­si­dent und ein schwä­beln­der Tourist – sie alle machen ihre eige­nen Grenz­erfah­run­gen an diesem gott­ver­las­se­nen Ort.
Nur Schmugglit­schin­ski und seine Bande sind hier ganz in ihrem Element. Denn der kleine Grenz­ver­kehr ist eine Gold­grube: In die eine Rich­tung flie­ßen Drogen und Kugel­schrei­ber; in die andere Anti­qui­tä­ten, Blut­kon­ser­ven, ja sogar Menschen.

Die verges­sene Brücke basiert auf einem kaum bekann­ten Text von Ödön v. Horváth. In der Fassung der Kultur­kate werden märchen­hafte und komö­di­an­ti­sche mit doku­men­ta­ri­schen Elemen­ten verknüpft: unmit­tel­bar am Ort des Gesche­hens – der Elbe – hört der Zuschauer authen­ti­sche Berichte von Zeit­zeu­gen sowie Zahlen, Fakten und Origi­nal­do­ku­mente aus dem kalten Krieg.

Das Thea­ter Kultur­kate Lübt­heen wurde 1998 mit Tsche­chows Einak­tern „Der Bär“ und „Der Heirats­an­trag“ in der ausge­bau­ten Diele eines 300 Jahre alten Bauern­hau­ses eröff­net. 1999 folg­ten mit Shake­speares „Was Ihr Wollt“ die ersten Frei­licht­spiele. Seit­dem ist die Open-Air-Sommer­thea­ter­pro­duk­tion Kern der Arbeit der Kultur­kate.
Auf dem Spiel­plan stehen sowohl Klas­si­ker als auch zeit­ge­nös­si­sche Stücke, die sich auf unter­halt­same Weise mit gesell­schafts­be­zo­ge­nen Themen beschäf­ti­gen. Ein Stamm von profes­sio­nel­len Schau­spie­lern aus dem gesam­ten Bundes­ge­biet und thea­ter­be­geis­terte Amateure aus der Region werden dafür produk­ti­ons­weise enga­giert.

Dömitz, 26. Juli (21 Uhr)
Darchau, 31. Juli (20.30 Uhr), 1., 2. August (21 Uhr)
Boizen­burg, 7. (20.30 Uhr), 8., 9. August (21 Uhr)
Lauen­burg, 14. (20.30 Uhr), 15., 16. August (21 Uhr)
Hitzacker, 21. (20.30 Uhr), 22., 23. August (21 Uhr)
Lenzen, 28. (20.30 Uhr), 29. August (21 Uhr)
Dömitz, 30. August (21 Uhr)

Eintritt: 10–23 Euro

Infos: http://www.kulturkate.de/

Foto: Jane Thorun

 

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