Highlight / Schauspiel / Vorbericht

Theaterposten, Bergedorf

Open-Air-Sommertheater, 5 (2013)

Eat the Beat lassen die „Beats!“ schneller schlagen.

Viele Bühnen lassen ihre Vorhänge in den Sommermonaten geschlossen. Viele Theatermacher treibt es nach draußen: auf Plätze und in Parks, an Fleetränder und auf Kirchhöfe, durch Straßenzüge und an Hafenbecken entlang. Unsere fünfte Ankündigung widmet sich dem Theaterposten in Hamburg-Bergedorf.
Im Juli und August wird der Bergedorfer Bahnhofsvorplatz zur großen Bühne. Für einen abwechslungsreichen Spielplan sorgen sechs Ensembles, die aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen werden, um dem Publikum schöne, anspruchsvolle und unterhaltsame Samstagabende zu bereiten. Und das alles zum Nulltarif. Da soll sich keine Wolke an den Himmel trauen. Die Vorstellungen beginnen stets um 18.30 Uhr. Aber wer sich einen der begehrten Sitzplätze sichern will, muss früh da sein, ansonsten bleibt nur: Decken mitbringen und auf den Boden setzen. Oder stehen.

6. Juli 2013
„Beats!“ von und mit Eat the Beat, Hamburg
Von null auf hundert mit sechs Personen. Den jungen Schauspielerinnen fließt das Theaterblut mit Hochdruck durch die Adern. Voller Spielfreude und Comedy-Gespür erteilen sie dem Publikum Lektionen in Rhythmus, Tempo, Timing.

20. Juli 2013
„Fast Faust“ von Albert Frank, gespielt vom Bremer Tourneetheater
Überall wird gespart – macht doch nichts! Dann bringt man Goethes „Faust“, ein Stück mit 57 Rollen, eben mit nur drei Schauspielern auf die Bühne. Eine Darstellerin fällt aus? Bleiben ja noch zwei übrig. Damit sollte sich des Pudels Kern wohl auch noch finden lassen. Zum schlapp lachen? Na, und ob!

27. Juli
„TheaterSlam“ vom Hamburger Sprechwerk, präsentiert von Lars Kokemüller, Hamburg
Sagt der Theaterfan: Ich würde gerne noch viel mehr sehen, aber an einem Abend schafft man nur ein Stück. Sagt der Theatermuffel: Wenn mir das eine Stück nicht gefällt, kann ich mir ja an dem Abend nicht noch ein anderes anschauen. Sagen die Macher: Kommen Sie einfach zum TheaterSlam. Da gibt es Theater-Highlights im Zehn-Minuten-Takt. Und am Ende dürfen Sie sogar noch einen Sieger bestimmen.

3. August
„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Heinrich Böll, gespielt vom Ensemble Frau Schröder, Karlsruhe
Jetzt wird es ernst. Die Pressefreiheit ist unantastbar. Selbstredend. Und wie sieht es mit der Ehre aus? Den Persönlichkeitsrechten? Wenn die Presse sich die Freiheit heraus nimmt,andere zu Grunde zu hetzen …? Heinrich Bölls zeitlose Medienkritik als Solostück.

10. August
„Gretchen 89 ff“ von Lutz Hübner, gespielt von EAT.PLAY.LOVE, Hamburg
Mehr Faust? Na, es blieben ja wohl noch einige Fragen offen. Etwa: Ist das Gretchen eigentlich eine verkappte Domina mit Lackstrapsen und Lederpeitsche? Oder eher ein herziges, walzertanzendes Dirndl-Mädl? Sie können gerne versuchen, es selbst herauszufinden. Faust, Seite 89ff. Aber zuschauen macht viel mehr Spaß.

17. August 2013
„War’n Sie schon mal in mich verliebt?“ – Ein Max-Hansen-Abend mit Maximilian Nowka, Eisenach
Satiriker, Schauspieler, Operettensänger – Max Hansen war vielseitig und phänomenal. Fast über Nacht war er zum gefeierten Bühnenstar geworden. Allerdings musste er Deutschland 1938 verlassen und kehrte erst 1951 auf die deutsche Bühne zurück. Erleben Sie einen Abend mit seinen Melodien und Texten aus den 20er und 30er Jahren.

Foto: Regina Shvachkina

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