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Tanz-Legende wird gefeiert

8 Fakten zu John Neumeiers 80. Geburtstag
John Neumeier

Dienst­äl­tes­ter Ballett­di­rek­tor der Welt: John Neumeier feierte am 24. Februar 2019 seinen 80. Geburts­tag

Text: Dagmar Ellen Fischer / Foto: Kiran West

Eigent­lich unmög­lich: Über John Neumeier zu schrei­ben und sich auf acht Punkte zu beschrän­ken. Trotz­dem hier die wich­tigs­ten Fakten zu Hamburgs berühm­tem Kultur­bot­schaf­ter, Choreo­gra­fen und Ballet­tin­ten­dan­ten.

  1. Herkunft: Unschwer am Namen ables­bar, hat John Neumeier väter­li­cher­seits deut­sche Wurzeln, seine Mutter polni­sche Vorfah­ren. Mit der Leiden­schaft für den Tanz taten sich seine katho­li­schen Eltern schwer, dem jungen John erlaub­ten sie zunächst nur Unter­richt in Stepp­tanz.
  2. Jahres­zahl: Beim Sprung nach Europa korri­gierte Neumeier sein Geburts­jahr 1962 um drei Jahre nach oben, von 1939 auf 1942 – aus Angst, aufgrund seines Alters von der Royal Ballet School abge­wie­sen zu werden; so konnte er als 20-Jähri­ger (nicht schon 23-jährig) seine Ballett­aus­bil­dung in London fort­set­zen.
  3. Karriere: Als Tänzer war er in den 1960er Jahren Teil des Stutt­gar­ter Ballett­wun­ders unter dem legen­dä­ren Choreo­gra­fen John Cranko, 1969 wurde er in Frank­furt Deutsch­lands jüngs­ter Ballett­di­rek­tor.
  4. Hamburg: 1973 wech­selte er in der glei­chen Posi­tion nach Hamburg, des größe­ren Ensem­bles wegen. Nach einem miss­glück­ten Start aufgrund zahl­rei­cher Entlas­sun­gen hießen ihn die Hambur­ger in seiner ersten Ballett-Werk­statt mit einem warmen Applaus will­kom­men –  just in dem Moment, als er auf der Bühne seinen Faden verlor und ratlos dastand.
  5. Werk: 160 Choreo­gra­fien sind bisher entstan­den. Als seine „Skiz­zen zur Matthäus-Passion“ zu Bachs geist­li­cher Musik 1980 in Hamburgs St.-Michaelis-Kirche urauf­ge­führt wurden, warf man ihm Blas­phe­mie vor. Neumeier reno­vierte Ballett­klas­si­ker wie „Giselle“, setzte mit seinen hand­lungs­lo­sen Sinfo­ni­schen Ballet­ten Maßstäbe und gestal­tete ebenso erfolg­reich Musi­cals und unlängst seine erste Oper. Seine „Kame­li­en­dame“ wird von bedeu­ten­den Ensem­bles auf allen Konti­nen­ten aufge­führt.
  6. Museum: 27.000 Expo­nate umfasst seine welt­weit einma­lige Samm­lung aus Büchern, Bildern, Requi­si­ten, Skulp­tu­ren aus der Welt des Balletts. Den Anfang machte ein Buch über den Tänzer Waslaw Nijin­sky, mit dem sich Neumeier zeit­le­bens beschäf­tigt; heute sichert die Stif­tung John Neumeier den Fort­be­stand der Samm­lung, die einmal in ein Museum münden soll.
  7. Privat­mann: Am 21. Dezem­ber 2018 heira­tete John Neumeier seinen lang­jäh­ri­gen Part­ner, den zwan­zig Jahre jünge­ren Arzt Hermann Reichen­spurer, im Hambur­ger Rathaus. Seit 14 Jahren sind die beiden ein Paar.
  8. Jubi­läen: John Neumeier ist der dienst­äl­teste Ballett­di­rek­tor der Welt. Sein aktu­el­ler Vertrag läuft bis 2023, dann wird er das Hamburg Ballett 50 Jahre leiten. Seine Ballett­schule feierte vergan­ge­nes Jahr 40-jähri­ges Bestehen.

Fazit: Die Ballett­welt klagt über fehlen­den männ­li­chen Nach­wuchs. Dabei könnte es kein besse­res, Mut machen­des Beispiel geben als John Neumei­ers Leben. „Krea­ti­vi­tät hört nie auf“, sagt der 80-Jährige. Herz­li­chen Glück­wunsch!

 

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